WALTER RENNEISEN

2017 renn


mit

Ernst Jandl und die NONSENS-Lyrik

Samstag, 01. Dezember 2018 und Sonntag, 02. Dezember 2018

im Historischen Gartensalon von Schloß Heiligenberg, Jugenheim

Traditionell beendeten wir unser Jahresprogramm mit unserem Walter Renneisen.

Unsinnspoesie, das ist der Abschied vom Alltäglichen, Gewohnten. Naturgesetze werden außer Kraft gesetzt. Logische Regeln gelten nicht mehr. Das Denken steht Kopf. Die Sprache schlägt Purzelbäume.
Unsinnspoesie ist auch eigentlich nicht sinnlos. Sie ist vielmehr gegen den herkömmlichen Sinn einer Sache geschrieben und stellt eine versteckte oder offene Auflehnung gegen den Denk- und Realitätszwang dar. So haben Ernst Jandls Texte oft einen handfesten Sinn, sind sogar politisch oder antimilitaristisch orientiert.
Unsinnspoesie ist auch als Experimentierfeld und Kreativitätsschule für Autoren zu sehen, wie Christian Morgenstern, Joachim Ringelnatz, Karl Valentin, Heinz Erhardt, die neben anderen bei dieser Rezitation auch zu Wort kommen.
Unsinnspoesie erweitert den Spielraum der möglichen Vorstellungen, öffnet neue Optiken auf Menschen und Gegenstände. Homo ludens kommt hier zu seinem Recht. Wie in einem anonymen Vers aus dem Jahre 1860:
Stunden, wo der Unsinn waltet, sind so selten, stört sie nie! Schöner Unsinn, glaubt mir, Kinder, Er gehört zur Poesie.

Walter Renneisen hat uns mit einmaligen Wort-, Musik- und Körpersprache in die Welt der Unsinnspoesie entführt.